ASAPnet Glasfaserkabelstudie

Bild by Hallu , Bearbeitung durch admin

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Die ASAPnet Studie hat sich mit der Problematik der fehlenden Glasfaservernetzung für die regionalen Animations- und VFX-Studios auseinander gesetzt. Hierbei ging es insbesondere auch um einen Anschluss zum Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart.  Die verschiedenen Teilbereiche des Themas, wie zum Beispiel die kurzen Projektlaufzeiten in dieser Branche aber auch das Hindernis der Softwareintegration, wurden umfassend bearbeitet und Lösungsansätze erstellt. Das MSC BW war an der Erstellung der Studie nicht nur beteiligt, sondern ist auch Teil der Lösung.

 

Das “Biene Maja” Projekt machte es deutlich: es fehlt an einer umfassenden Glasfaservernetzung für die Animations- und VFX-Studios in der Region Stuttgart. Damals mussten die großen Datenmengen per S-Bahn auf Festplatten ans HLRS für den Renderingprozess gebracht werden. Und das ausgerechnet am führenden deutschen Standort im Bereich des Animationsfilms und der visuellen Effekte. Da das beschriebene Vorgehen, welches in der Presse unter dem Begriff des “Sneaker-Net” oder auch “Turnschuhnetzwerk” die Runde machte, nicht gerade dem von der Politik angestrebten Grad der Digitalisierung entspricht, haben die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) in Kooperation mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg GmbH (MFG) die Studie in Auftrag gegeben, um das Problem eingehend zu analysieren und Vorgehensweisen zu erarbeiten. Die SICOS BW war als Studienpartner und in diesem Zuge auch als Experte für den Technologietransfer in Richtung kleiner und mittelständischer Unternehmen involviert.

Folgende Karte gibt einen Überblick über die geografische Verteilung der involvierten und teilnehmenden Institutionen:
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In Einzelgesprächen mit den an der Studie teilnehmenden Animations- und VFX-Studios wurde deren Arbeitsweise und der Bedarf an einem schnelleren Datenanschluss ermittelt. Es hat sich gezeigt, dass bei fast allen Firmen Interesse an einer Erweiterung der eigenen Rechenkapazitäten besteht. Jedoch sind sie so sehr mit ihrem projektbasierten Tagesgeschäft ausgelastet, dass eine Planung für einen Glasfaserkabelanschluss, idealerweise in Verbindung mit einem Anschluss ans HLRS, bereits außerhalb der Kapazitäten liegt. Denn abgesehen von der Glasfaserkabelplanung, die Gedanken zur Mietsituation, Verhandlungen mit den Telekommunikations-Anbietern und in den meisten Fällen auch teure Erd- und Verlegungsarbeiten beinhaltet, braucht es auch eine Anpassung der genutzten, meist sehr komplexen Softwareabläufe, um das Rechencluster des HLRS nutzen zu können. Einen Partner, der mit ihnen gemeinsam Lösungen und auch neue, innovative Ansätze erarbeitet, finden die Animations- und VFX-Studios im Media Solution Center BW. Dabei ist es das erklärte Ziel den Unternehmen nicht nur zum klassischen Rendern Zugang zum HLRS zu verschaffen. Vielmehr soll es mit dem MSC BW auch ein Ausprobieren von Möglichkeiten und ein vermehrt zukunftsorientiertes Arbeiten geben.

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In Sachen Glasfaser gibt ASAPnet klare Handlungsempfehlungen: Die interessierten Animations- und VFX-Firmen sollten einen Nachfragepool bilden, um gemeinsam das sogenannte Dark Fibre (unbeleuchtete Glasfaser zur eignen und vorallem unbeschränkten Nutzung) angeboten zu bekommen. Die Idee ist dabei, dass die Leitungen der Firmen an einem zentralen Knoten in der Stuttgarter Innenstadt zusammenlaufen, an den mehrere Telekommunikations-Anbieter angebunden sind. Durch die verstärkte Marktsituationen können nun bessere Preise erzielt werden. Laut der Studie würde es sich bei dem vorgeschlagenen Modell um 10.000€ einmalige Investitionskosten und 1000€ pro Monat laufende Kosten pro Studio handeln.
Ein weiterer Vorteil eines zentralen Knotens wäre die Verkürzung der Leitungswege zum HLRS. Eine solche Verkürzung hätte außerdem den Vorteil enorm kostensparend zu sein, da der Hauptteil der Kosten bei einer Glasfaserkabelerschließung die Verlegekosten darstellen.

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Im Rahmen einer Präsentation wurde die Studie am HLRS den geladenen Gästen und der Presse vorgestellt. Die Geschäftsführer der Studienpartner waren sich einig: wenn die erarbeiteten Handlungsempfehlungen der Studie umgesetzt werden, kann eine Verbesserung der Glasfaserkabelinfrastruktur erreicht werden, von der auch Branchen abseits des Animationssektors und damit die gesamte Region profitiert.

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v. l. n. r.: Dr. Andreas Wierse (Geschäftsführer SICOS BW), Prof. Dr. Michael Resch (Direktor des HLRS), Kurt Jaeger (Studienautor, Nepustil GmbH), Prof. Carl Bergengruen (Geschäftsführer MFG), Dr. Walter Rogg (Geschäftsführer WRS)

 

ASAPnet in der Presse:
IdeenwerkBW
Leonberger Kreiszeitung
Reutlinger General-Anzeiger

 

Die komplette Studie gibt es hier zu lesen: ASAPnet – Animation Studio Access Performance

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